HelvetiBox N°26 – Regionale Produkte aus Luzern

Das luzernische Landstädtchen Sursee kennt und pflegt einen Brauch, der in der Schweiz einzigartig ist. Am Martinstag (11. November) wird auf einer Bühne vor dem Rathaus eine tote Gans mit den Füssen nach unten aufgehängt. Junge Burschen versuchen nun, einer nach dem andern in ausgeloster Reihenfolge, diese mit einem ungeschliffenen Säbel herunterzuschlagen. Dazu tragen sie einen purpurroten Rock, eine Maske in Form einer Sonne und eine Augenbinde. Da nur ein einziger Schlag erlaubt ist, dauert es meist längere Zeit, bis endlich die Gans unter dem Applaus des Publikums fällt. Zwischen den einzelnen Gängen finden Wettbewerbe für Kinder statt: Sie klettern an einer geschälten Tanne hoch, um zu aufgehängten Gaben zu gelangen, sie hüpfen in grossen Jutesäcken, oder sie wetteifern darum, wer die schönste Grimasse schneiden kann.

1936 hat in Sursee ein Bäcker ein Gebäck kreiert, das dieser Tradition gewidmet ist. Diesen Monat können Sie diese Spezialität, die Teil des kulinarischen Erbes der Schweiz ist und nur in einer Bäckerei gekauft werden kann, in unserer Box probieren! Doch die Luzerner geniessen nicht nur mittelalterliche Traditionen, sondern auch den See und das Meer. Und deswegen können Sie diesen Monat zwei Luzerner Produkte mit Meersalz probieren. Da ausserdem die Apfelernte im vollen Gange ist, bieten wir Ihnen einen Saft einer einzigartigen Apfelart. Und letztlich bräuchte es noch Ihre Backkünste, um Ihr (erstes?) Luzerner Birnenbrot zu backen. 

Rezept Luzerner Lebkuchen

In den Supermarktregalen stapeln sich schon die Weihnachtsdekorationen. Also wagen wir es auch Ihnen das Repezt für Luzerner Lebkuchen schon Mitte Oktober zu zeigen. Das Rezept ist von der bekannten Luzerner Konfiserie Bachmann. Das erklärt auch, warum das Rezept...

PRODUKTE

Die HelvetiBox N°26

in Zahlen

PRODUZENTEN

Surseer Honiggans

Bäckerei Konditorei Stocker, 6210 Sursee

Im Jahr 1936 beschloss der Surseer Bäckermeister Josef Müller für das einheimische Brauchtum, der «Gansabhauete» am Martinstag, ein spezielles Gebäck zu kreieren. Die Surseer Honiggans ist ein Bibergebäck aus einem Honig-Haselnuss-Teig und einer Mandelfüllung, das an St. Galler oder Appenzeller Biber erinnert.

In den 1980er-Jahren wurde der müllersche Betrieb mitsamt Rezept verkauft und heute wird die Honiggans exklusiv von der Bäckerei-Konditorei Stocker hergestellt.

Wurde das Gebäck anfänglich nur zum Martinstag produziert, wird es mittlerweile ganzjährig mit folgendem Spruch auf der Verpackung angeboten: «Wasser, Luft und Erd zusammen. Machen Sursee grossen Namen. Mandel, Nuss und Honig zusammen, geben meiner Gans den grossen Namen.» In diesen Worten steckt das, was auch in der Honiggans ist: ein reichhaltiger Lebkuchenteig aus Bienenhonig, Zucker, Weissmehl, Milch, einem Schuss Rum, einer Prise Salz, Zitronat, Orangeat und einer Gewürzmischung aus Anis, Sternanis, Nelken, Koriander und Ingwer.

Apfelsaft Gravensteiner

Hochstamm Seetal, 6276 Hohenrain

Wenn Sie einen Apfelsaft trinken, wissen Sie normalerweise nicht genau welche Apfelsorten enthalten sind. Und vielleicht wussten Sie auch noch nicht, dass in einem normalen Apfelsaft durchschnittlich 10% Birnensaft enthalten ist, um den Saft süsser zu machen. Das Unternehmen Hochstamm Seetal hat die Herausforderung angenommen einen Apfelsaft aus nur einer einzigen Apfelsorte herzustellen. Der erfolgreichste ist der Gravensteiner Saft.

Der Gravensteiner ist eine alte Apfelsorte, die bereits 1669 in Dänemark entdeckt wurde und dort als „Nationalapfel“ gilt. Er ist einer der wohlschmeckendsten Sorten, sein Fleisch ist halb fest, sehr saftig und süss-sauer.

Mit viel Hingabe pflegen die Landwirte rund 56’000 Hochstammbäume im Luzerner und Aargauer Seetal, die Regionen um den Baldegger- und Hallwilersee, und produzieren so seit 2009 ein grosses premium Produkt-Sortiment.

Birnenweggen-Füllung

Hochstamm Seetal, 6276 Hohenrain

Der Luzerner Birnenweggen oder Lozärner Biräwegge gehört zum kulinarischen Erbe der Schweiz. Er gehört damit zur grossen Familie der Schweizer Birnbrote. Er unterscheidet sich von den bekannten Birnbroten aufgrund seiner Herstellung: die Fruchtmasse wird auf den ausgewallten Teig gestrichen und damit gerollt. Nachdem wir Ihnen in den letzten Monaten die Birnbrote aus Appenzell und Seedorf im Kanton Uri gesendet haben, ist es jetzt Zeit für einen Luzerner Birnweggen.

Mit Hilfe der Birnenweggen-Füllung, ist Ihr selbstgemachter Birnweggen ein Kinderspiel! Sie müssen nur dem Rezept auf der Verpackung folgen. Zusätzlich können Sie noch ein paar Rosinen oder Nüsse hinzufügen. Sollten Sie kein Birnbrot-Fan sein, können Sie die Füllung auch für Hefeschnecken oder –zöpfe, Blätterteiggebäcke oder als Zutat für Wähen (z.B. ein Toggenburger Schlorzifladen) verwenden. Ausserdem passt sie sehr gut zu Käse.

Bio-Meersalzschinken

Ueli-Hof, 6030 Ebikon

Der Ueli-Hof ist eine reine Bio-Metzgerei. Martin Schmitz, der Leiter, ist ein Visionär. Seine dutzend Hersteller werden sorgfältig ausgewählt, denn, so Herr Schmitz: „es gibt Bio und Bio“. Sein Wille zur Transparenz zeigt sich auch durch die Architektur des neuen Gebäudes, das sich in Ebikon, einem Luzerner Vorort, befindet. Besucher können eine Tour durch das Gebäude machen und so genau sehen, was sich im Inneren abspielt. So kann man zum Beispiel den Salami während dem Räuchern an der Leine zuschauen.

Roman Studer producteur bio pour Ueli Hof

Wir haben für Sie das erfolgreichste Produkt dieses Produzenten ausgesucht. Wie in den Mittelmeerländern wird auch der Meersalzschinken von Ueli-Hof von Hand mit grobem Meersalz eingerieben. Eine sorgfältig – und ebenfalls manuell – aufgetragene Mischung aus Schmalz und Mehl verhindert dabei dessen allzu schnelles Austrocknen. Während eines ganzen Jahres hat der Schinken Zeit, zu reifen und dabei sein spezielles Aroma zu entwickeln. In den Restaurants der Region wird der Schinken mit Melone, Spargeln oder Tomatenpüree serviert. Passend zur Jahreszeit, empfehlen wir Ihnen den Schinken mit (hausgemachten) Grissini und Kürbissuppe zu essen.

Entlebucher Kräuter-Gruss

 Tellerglück, 6170 Schüpfheim

Schüpfheim ist eines der acht Dörfer der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Kaum eine andere Region der Schweiz besitzt so viele Naturschätze wie der «Wilde Westen» von Luzern. Hier finden Sie die grössten und zahlreichsten Moorlandschaften der Schweiz und eine Tier- und Pflanzenwelt von (inter)nationaler Bedeutung.

Das Unternehmen Tellerglück wird von Denise und Roger Baumann geführt. Die langjährige Vegetarierin und Shiatsu-Therapeutin verkauft Rindfleisch, Senf, Essig, Öl und Kräuter. Aus ihrem Sortiment haben wir ein Meersalz mit Kräutern und Blumen aus der Entlebucher Biosphäre für Sie ausgesucht. Es passt zu Gemüsen aller Art, Risotto, Pasta und eignet sich als Bouillon-Ersatz.

Standort der Produzenten

Bäckerei Konditorei Stocker

Hochstamm Seetal

Ueli-Hof

Tellerglück