HelvetiBox n°7 – Regionale Produkte vom Appenzellerland

Das Appenzellerland, zwischen dem Bodensee und dem Säntis, kann fast von jedem seiner Hügel und Berge komplett überschaut werden. Seit 1597 ist es geteilt in Innerrhoden (AI), den katholischen Teil, und Ausserrhoden (AR), den protestantischen Teil („Rhoden“ bezieht sich übrigens auf die frühere rechtliche und wirtschaftliche Unterteilung des Kantons). Trotz der Aufteilung pflegen seine Einwohner eine gemeinsame Kultur, besonders kulinarischer Natur.

Bekannt sind diese Kantone für ihren Käse, ihre traditionelle Kleidung und für ihr Zögern das Frauenstimmrecht einzuführen (Entscheidung des Bundesgerichts in 1990). Laut einem alten Klischee sind die Appenzeller von der Grösse her genauso wie ihre beiden Kantone: sehr klein. Obwohl sie mittlerweile gewachsen sind, mussten wir während unserer Besuche bei den Produzenten einige Male den Kopf einziehen, weil die Decken so niedrig waren!

Die Box diesen Monat ist voll mit, teilweise ausgefallenen, Leckereien. Sie werden alles finden, um eine Käseplatte vorzubereiten, ausser den Käse (doch den Appenzeller Käse findet man überall)!

Rezept Mostbröckli-Käse Millefeuille

Überraschende Verbindung von Appenzeller Käse, Apfelscheiben und Mostbröckli. Zutaten (4 Personen) 100 g Appenzeller Mostbröckli 2  Äpfel 0.5 dl  Apfelsaft 3 EL Rapsöl (aus Genf von der HelvetiBox n°5 !) 3 EL Obstessig Salz und Pfeffer aus der Mühle Minze...

Rezept Chäs Schoppe

Die  « Chäs-Schoope » ist keine Käsesuppe, sondern ein Gericht auf Käse- und Brotbasis. Zutaten (4 Personen) 400 g  dunkles Bauernbrot (1–2 Tage alt) Butter zum Braten 400 g  Appenzeller Käse, gerieben 1  Prise Muskatnuss Pfeffer aus der Mühle 1 dl Rahm...

PRODUKTE

Die HelvetiBox N°7

in Zahlen

PRODUZENTEN

#1 – Biberli, Holzofenbäckerei, Waldstatt AR

Der Appenzeller Biber ist ohne Zweifel eine der weitverbreitetsten Appenzeller Spezialitäten. Dieser hier jedoch wurde in einem 140 Jahre alten Ofen gebacken. Hervorzuheben ist auch, dass er komplett aus lokalen Zutaten besteht. Wo andere Biberbäcker Honig vom anderen Ende der Welt benutzten, arbeitet Christophe nur mit Imkern aus dem Dorf.

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Christophe Engetschwiler, den man auch den “Bäckerkönig“ nennt, ist geborener Appenzeller. Spricht er jedoch Französisch, fällt sein ausgeprägter Neuenburger Akzent auf. Während der Rekrutenschule war er der einzige Deutschschweizer in der Kaserne in Romont. Er hat also Französisch gelernt, um „nicht immer nur mit seinem Bier allein an der Bar zu sitzen, sondern auch mal Frauen ansprechen zu können“. Das Leben hat ihn dann 25 Jahre lang in Neuenburg gehalten. Erst vor einigen Jahren hat er die Bäckerei mit all ihren Maschinen übernommen, in der er schon seine Lehre gemacht hat. Es ist die einzige Bäckerei in der Schweiz, die mit einem echten Holzofen arbeitet, also nur Holzscheite verwendet. Der Ofen nimmt über 30 Ster ein und braucht eine Stunde um vorzuheizen.

#2 – Appenzeller-Birnbrot, Holzofenbäckerei, Waldstatt AR

Obwohl das Birnbrot nicht wirklich eine Spezialität des Kantons ist, findet man es in jeder Bäckerei. Praktisch nicht verbreitet in der Westschweiz, gibt es die verschiedensten Birnbrotrezepte in der Deutschschweiz. Man isst es in feine Scheiben geschnitten, mit ein bisschen Butter. Es ist sehr gut zu einer Käseplatte. Dieses Exemplar wurde im Holzofen gebacken.

#3 – Knoblipantli, Aemisegger, Lutzenberg AR

Typisch appenzellisch hat der Knoblipantli eine ganz bestimmte Form. Doch es ist wohl eher sein Knoblaucharoma, das ihn so besonders macht – und so gefährlich vor einemwichtigen Treffen. Er ist IP-Suisse zertifiziert – dieses Label zeichnet Produkte aus, die tiergerecht und umweltschonend hergestellt wurden. Bei den Aemisegger in Lutzenberg, geniessen die Rinder von ihrer Weide aus die Sicht auf den Bodensee und die Nachbarländer.

#4 – Appenzeller Mostbröckli, Breitenmoser, Appenzell AI

Das Mostbröckli ist eine Appenzeller Spezialität, aus gepökeltem, geräuchertem und getrocknetem Stück Rind-oder Kuhfleisch. Es ist das Non-plus-ultra der Fleischwaren. Besonders, weil die Metzgerei Breitenmoser in Appenzell beim letzten nationalen Wettbewerb eine Goldmedaille gewonnen hat.

Im Unterschied zum Bündner oder Walliser Trockenfleisch wird das Mostbröckli vor dem Trocknen mehrere Stunden geräuchert. Das Mostbröckli isst man traditionell mit dunklem Brot. Dazu passt ein Glas saurer Most Rotwein.

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#5 – Appenzeller Nidelzeltli 212 ®, Tanner 212, Herisau AR

Im Appenzellerland darf man unter keinen Umständen auf ein Nidelzeltli beissen! Diese sind dort Bonbons, die zum Lutschen gedacht sind…und zum Lutschen… und Lutschen…und Lutschen. „Nidel“ bedeutet bekanntlich „Rahm“ und „Zeltli“ ist auf Appenzellerdeutsch ein „Bonbon“. Die Nidelzeltli 212 sind also Bonbons, die man lange im Mund geniessen kann.

nidelzeltli

Die Nummer 212 ist nichts anderes, als die Hausnummer des alten Ladens der Tanner. Früher gab es in Herisau nicht weniger als sieben Händler auf einer Strasse, alle mit dem Namen „Tanner“. Um sie besser auseinander halten zu können, begannen die Einwohner die Hausnummern mit dem Namen zu sagen. Obwohl das Unternehmen unterdessen umgezogen ist, hat es seinen Namen nicht geändert.

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#6 – 5 Choco Trüff Grand Cru, Albert Koch, Jakobsbad AI

Die Liebesgeschichte zwischen Albert Koch und seinen Ziegen hat 1975 begonnen. Seitdem hat der gelernte Landwirt unaufhörlich Möglichkeiten entwickelt die gute Ziegenmilch zu vermarkten. Von Käse, über Kosmetik, zum Choco Trüff, seinem letzten Geistesblitz. Die 5 Trüffelscholokaden, auf Ziegenmolkebasis, haben jede einen eigenen Geschmack: Appenzeller Alpenbitter (der berühmte appenzeller Kräuterlikör), Goldglöggli (ein Schnaps, der aus einer uralten Birnesorte aus dem Dorf Haslen AI hergestellt wird), Zwetschge, Espresso und Haselnuss.

#7 – Öpfel-Rüebli Konfi, Appenzeller Line, Hundwil AR

Diese Apfel-Karottenmarmelade hat die Goldmedaille des Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte gewonnen. Man isst sie auf Brot, oder mit Appenzellerkäse und Birnbrot. Verena Fiechter hat die Appenzeller Line geschaffen, eine Produktserie, die ihre Produkte und die anderer Produzenten vereint. Sollten Sie einmal in der Region sein – ihr Geschäft befindet sich auf der Hauptstraße Richtung Appenzell.

Standort der Produzenten

Holzofenbäckerei

Aemisegger

Breitenmoser

Tanner 212

Albert Koch

Appenzeller Line